Was ist Mother Earth Radio

Mother Earth möchte dass es einem besser geht wenn man eine Weile zuhört. Es soll außerdem eine Art musikalische Weiterbildung sein, um sich wieder an komplexe und gehaltvolle Musik-Nahrung zu gewöhnen.
  1. Faslak's Ton

    Im Jahr 1939 wurde auf der internationalen Kammertonkonferenz der Stimmton a mit 440 Hz festgesetzt. 
    440 Hz oder noch höhere Stimmtöne sind aus biophysikalischer Sicht jedoch indiskutabel, da darauf basierende Musik Stress erzeugt. Als naturkonform gilt derzeit ein Stimmton von 432 Hz.
    Das Ingenieurbüro Lachmann berechnete auf Basis des Periodensystems der Elemente den idealen Grundton von 429 Hz (Faslak's Ton). Dieser Grundton ist eine resonante Größe zu den Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff.
    429 Hz Musik löst den von Demokrit beschriebenen Zustand völliger Zufriedenheit und innerer Ruhe aus, den er „Euthymia“ (deutsch Wohlgemut) nannte.
    Jeder einzelne Musiktitel des Programmes wurde für sich analysiert und so nah als möglich auf den Faslaks Ton von 429hz gestimmt.

  2. Technik:
      Das Audioformat ist FLAC 96kHz/24bit.

      Signalbearbeitung im Sendeweg von Mainstream Radio:
      Vor der Ausstrahlung wird meist eine stark eingreifende Bearbeitung eingesetzt. Das hat zur Folge dass die Stelle wenn alle Instrumente aufhören zu spielen und nur der Gesang zärtlich in die Stille haucht, die lauteste im kompletten Stück ist.
      Das ist zumindest sehr unnatürlich und daher unangenehm zum anhören.

      Vinyl

      Viele Aufnahmen des Programmes sind von Schallplatte mit 384kHz/32bit WAV-Format eingespielt. Es finden sich auch nicht wenige Originale von anno dazumal als noch völlig anders musiziert wurde:

  3. Musik
      Aufnahmen

      Musikaufnahmen von früher mussten von allen Musikern gemeinsam in einem Rutsch eingespielt werden.
      Diese hohe Kunst, im Augenblick zu glänzen, ist heute vergessen.
      Jeder wird nach und nach dazu geholt und nimmt auf vorhandene Aufnahmen seine Spur dazu auf. Das kann er dann beliebig oft wiederholen, bis er zufrieden ist.

      Computer

      Dann ging es noch weiter, die Computer kamen dazu und man konnte plötzlich alles perfekt in ein Taktraster hinein quantisieren lassen. Die kleinen feinen Abweichungen vom exakten Taktraster aber machen den „Groove“ aus - und: jedwede Freiheit, Variation der Aufführung und das aufeinander Eingehen der Musiker war damit endgültig verloren.
      Als Gegenbeispiel etwa diese Tempi:

        AC/DC „Back in Black“:
      • Strophe 1: 90bpm
      • Refrain 1: 95bpm
      • Strophe 2: 92-93bpm
      • Refrain 2: 95bpm
      • Gitarrensolo: 93-94bpm

        Led Zeppelin „Whole lotta love“:
      • Strophe 1: 88-89bpm
      • Refrain 1: 91-93bpm
      • Strophe 2: 92bpm
      • Refrain 2: 94bpm
      • Gitarrensolo: 87bpm
      Komposition

      Weiter ging es abwärts, nämlich kompositorisch.
      Als das Geld weg war, hat die Musik-Industrie (der Name sagt alles) begonnen nur noch nach dem Hit-Handbuch vorzugehen. Produzenten benutzen nur noch die Harmonik die funktioniert.
      Hintergrund: Im Gegensatz zur Melodie aus Einzelnoten, betrachtet man beim Musikstück Akkord-Folgen.
      Allereinfachste Grundform: I Stufe „Tonika“ (Grundton), zu IV. Stufe „Subdominante“ zur V. Stufe „Dominante“ (Morgen kommt der Weihnachtsmann).
      Und das ist das heute fast ausschließlich verwendete kompositorische Vokabular. Niveau Kinderlied.
      Hingegen enthält der Katalog der Beatles Nummer 1 Welthits wohl nur ein einziges Stück das die simple I-IV-V Akkordfolge nutzt: Let It Be.
      Der Rest ist hochkomplex und richtig anspruchsvoll, Tonart-Wechsel, verminderte Akkorde, Tritonus-Intervalle, chromatisches, einfach experimentierfreudig.
      Ich befürchte dass ein heutiger junger Hörer von einem Beatles #1 Hit überfordert sein würde und ihn gar nicht richtig genießen könnte.

      Diese Beschränkung in den Akkord-Folgen führt naturgemäß zu einer weiteren Verarmung - der Melodieführung:

        Nach der Kompositionslehre baut man eine Melodie aus den Akkordtönen: zum Beispiel C-dur = C, E, G
        Benutzt Du allerdings nur I-IV-V Verbindungen werden Deine Melodien irgendwann so gleichförmig und verwechselbar sein wie eben heute im Hit-Radio.
        Jede ungebildete Amsel trällert Ihnen in einer Stunde weitaus erbaulicheres vor.
        Benutzt du mutige Akkordfolgen mit Tonart-Wechsel, Chromatik usw musst du Dir schon etwas einfallen lassen für deine Melodiestimme.
        Bedauerlicherweise erlischt dann Deine Hit-Garantie.
        Und die anderen 5-8 an der Entstehung beteiligten Personen sprechen ihr Veto aus - die Familien müssen ernährt und die Miete bezahlt werden.
        Daher wird auch der Song-Texter nichts anspruchsvolles, schwer verständliches, Nachdenkenswertes verfassen:

  4. Texte:

    Auf Mother Earth Radio ist die Musik nach meinen philosophischen Ansichten kuratiert. Zusammenfassend gesagt spiele ich nur Lieder die von Mut, Liebe und Freude handeln. Sicher auch Geschichten von Leid und Trauer werden erzählt, aber nichts vom Teufel, von Neid und Missgunst, Hass und Seitensprüngen. Sie können den ganzen Tag Mother Earth hören und werden nicht ein Fluchwort (vielleicht eins) oder eine ganz furchtbar grauenvolle Geschichte erzählt bekommen. Und das merkt man am Ende des Tages.
    Also, einfach aber schön soll es sein, leicht verständlich auch im Text – so schreibt es das Hit Handbuch vor. So ergibt sich ein Mainstream Radio das man durchaus als einfach bis hin zur Verdummung bezeichnen kann. Im Grunde werden Ihnen da die Neuronen abgeschliffen mit parfümiertem Schmirgelpapier bis nichts mehr übrig bleibt als „Alle meine Entchen“ Niveau.

Florian Reiterer, München, 2021